„Aktuelle Lebensrealität der Studierenden in den Blick nehmen“

Videostream der Rede

Die Situation der 767.000 Studierenden an den NRW-Hochschulen steht selten im Fokus, wenn es um die Auswirkungen der Corona-Pandemie geht. Gleichwohl die Hochschulen und Studierenden von den Konsequenzen insbesondere im Lehrbetrieb mit voller Wucht getroffen sind. Auch die soziale Lage vieler Studierender ist alarmierend, da ihnen die Nebenjobs in vielen Bereichen weggebrochen sind.

Auf Initiative der SPD-Fraktion hat daher der Landtag in der heutigen Plenardebatte über die Lage der Studierenden debattiert. Die SPD hat dazu einen Antrag mit einem weit gesteckten Forderungskatalog eingebracht, der helfen soll, die Konsequenzen der Pandemie für die Studierendenschaft abzufedern.

Für die SPD betonte Dietmar Bell, dass die Realität nach einem Jahr Corona für die Studierenden deutlich zugespitzter sei. Zum einen die psychosoziale Belastung durch Unklarheit des weiteren Studienverlaufs. Insbesondere aber auch die wirtschaftliche Situation sei für viele Studierende eine massive existenzielle Belastung. Die angebotenen KFW-Kredite als Brückenfinanzierung würden nur Schuldenberge anhäufen. Da müsse man zu anderen Lösungen kommen. Bell wies etwa auf die Möglichkeit hin, Studierende in pädagogischen Fachrichtungen und MINT-Studierende die Möglichkeit zu eröffnen, in den Schulen als Assistenzen zu arbeiten. Dies würde auch den SchülerInnen helfen.

Zudem müsse darüber nachgedacht werden, die Mobilitätsbeiträge zu erstatten, da die Tickets derzeit kaum genutzt werden könnten. Darüber hinaus müsse man Überlegungen anstellen, wie man die Internationalität der NRW-Hochschulen sichern könne. Denn mittlerweile gäbe es einen Rückgang von 20% bei den ausländischen Studierenden. Da gelte es, in Kooperation mit dem DAAD Anreizstrukturen zu schaffen, die gewährleisten, dass auch weiterhin Studierende aus aller Welt in NRW ein Hochschulstudium aufnehmen.