Bialas fordert Anpassungen beim erneuerten Theater- und Orchesterpakt

Breite Zustimmung der Sachverständigen für den SPD-Antrag

Auf Antrag der SPD-Fraktion hörte der Ausschuss für Kultur und Medien heute im Düsseldorfer Landtag Sachverständige aus dem Kulturbereich. Es ging um die Neuauflage des Theater- und Orchesterpakts. Für den Erhalt von NRWs einzigartiger Theater- und Orchesterlandschaft schlägt die SPD vor, die 2013 von der rot-grünen Landesregierung initiierte Vereinbarung zu erneuern und an die neuen Anforderungen anzupassen: Die langfristige Planungssicherheit durch eine finanzielle Grundausstattung sind eine Weiterentwicklung, ebenso wichtig ist darüber hinaus die Wahrnehmung ihrer sozio-kulturellen Aufgabe durch die Theater sowie der Schutz der Kulturschaffenden, der Schauspielerinnen und Schauspieler. Im Antrag fordert die SPD-Fraktion daher eine Schaffung von Anreizen für Geschlechtergerechtigkeit und Familienfreundlichkeit – und erhält hier einhellige Zustimmung der Sachverständigen.

Dazu sprach auch die Wuppertaler Schauspielerin Julia Wolff, die dem Ausschuss sehr anschaulich ihre eigene Situation vor Augen führte. So ist die alleinerziehende Mutter, nach einem Unfall vor einigen Jahren mit Handicap, auf familiengerechte Arbeitsbedingungen auch als Theaterschauspielerin angewiesen.

Die Aufgabe der kulturellen Bildung der Häuser und ihr Kontakt zum und Wirken im Stadtbezirk vor Ort stellt der SPD-Antrag als ebenso förderungswürdig dar wie die Frage der Inklusion: Nur mit einer Förderung von Angestellten mit Behinderung und der Initiative, mehr Theateraufführungen von und mit Menschen mit Behinderung umzusetzen – wie sie in Form z.B. der Glanzstoff-Akademie der inklusiven Künste e.V. in Wuppertal bereits Praxis ist – können hier langfristig faire Arbeitsbedingungen etabliert werden.

Andreas Bialas: „Für die Wuppertaler Bühnen könnte dies eine grundsätzliche und strukturelle Ausrichtung auf die Themen Inklusion und Gendergerechtigkeit bedeuten, wie Bühnengeschäftsführer Enno Schaarwächter und Intendant Thomas Braus sie bereits initiieren: Sie haben im neuen Spielplan mit neun Stücken, von denen fünf aus den Federn von Regisseurinnen stammen, eine gute Gender-Bilanz vorgelegt.“