„Den digitalen Wandel offensiv gestalten“

Ganz im Zeichen der fortschreitenden Digitalisierung der Wirtschafts- und Arbeitswelt stand der diesjährige Bergische Unternehmertag in der historischen Stadthalle. Nach einem anregenden Impulsvortrag von Prof. Julian Nida-Rümelin, der die Chancen und Risiken künstlicher Intelligenz und digitaler Technisierung für Wirtschaft und Gesellschaft grundsätzlich beleuchtete, wendete man sich in anschließenden Diskussionsrunden dem Thema sehr konkret zu.

Dietmar Bell, Vorsitzender der Enquetekommission „Digitale Transformation der Arbeitswelt in Nordrhein Westfalen“ im Düsseldorfer Landtag diskutierte mit Oliver Zander, Hauptgeschäftsführer Gesamtmetall, über die Frage, welche Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen durch den digitalen Wandel zukünftig erwartbar und bereits jetzt bereits deutlich spürbar sind. Bell: „Neue Formen der Beschäftigung, wie zum Beispiel auf Crowdworking-Plattformen, werden unsere Wirtschaftsordnung hinsichtlich der Gewinnverteilung, der sozialen Sicherung, des Betriebsbegriffes, der Sozialpartnerschaft sowie der Mitbestimmung massiv in Frage stellen.“

Der digitale Wandel werde folglich unweigerlich die Arbeitswelt verändern und eine weitgehende Reorganisation des Arbeitsmarktes mit sich bringen, so Bell weiter. Ob dies mit erheblichen Strukturbrüchen oder im Sinne einer nachhaltigen und gestalteten Transformation geschieht, sei offen. Bell: „Bereits jetzt ist jedoch erkennbar, dass Branchen und berufliche Qualifikationen sehr unterschiedlich betroffen sein werden. Zugleich bietet die digitale Transformation ein hohes Potenzial für neu entstehende Arbeitsplätze. Die Bewältigung der entsprechenden Prozesse wird die Akteure und Sozialpartner vor schwierige Aufgaben stellen, etwa hinsichtlich der Frage von Qualifikationsanpassungen innerhalb bestehender Lebensverlaufsbiographien. Das alles wird massive Auswirkungen auf die Arbeitswelt in ganz Deutschland, aber gerade auch am größten Industrie- und Dienstleistungsstandort Nordrhein-Westfalen haben. Umso mehr gilt, dass sich alle verantwortlichen Akteure daran machen, den digitalen Wandel offensiv und vorausschauend zu gestalten, statt fatalistisch auf der Zuschauertribüne zu verharren. “