„Keiner will sie haben“

Veranstaltung in der Bergischen Alten Synagoge

Dietmar Bell nahm an einer Lesung mit Studierenden „Keiner will sie haben“ in der Begegnungsstätte Alte Synagoge in Wuppertal teil. Studierende der Bergischen Universität Wuppertal setzten ein Zeichen gegen die düstere Stimmung, die derzeit in Deutschland und ganz Europa herrscht. Im Rahmen einer szenischen Lesung schufen sie eine Analogie von der Flüchtlingskonferenz von Évian 1938 und der heutigen Flüchtlingssituation.

Flüchtlinge sollten geschützt werden, aber nicht im eigenen Land. Nach dieser Prämisse handelten bereits im Jahr 1938 in nahezu alle Regierungen als 32 Staaten in Évian über die rapide steigende Zahl von jüdischen Flüchtlingen aus Deutschland und Österreich berieten. Am Ende versagten 32 Staaten, die ihre Grenzen vor den verfolgten Juden geschlossen hielten. Eine Entscheidung, die vielen Juden das Leben kostete.

Ein wichtiges historisches Ereignis in der Vergangenheit und doch so gegenwärtig.  Der Vergleich mit der Konferenz von Évian offenbart einige Parallelen zu der heutigen Situation – damals die jüdischen Flüchtlinge aus der Mitte der europäischen Gesellschaften und heute die Flüchtlingsströme aus den verschiedensten kulturellen und religiösen Kontexten.

Unter den Gästen waren Klaus Kaiser, Staatssekretär aus dem Kultur- und Wissenschaftsministerium sowie Dr. Roland Kischkel, Kanzler der Bergischen Universität.

Bell: „Der 80. Jahrestag der Reichspogromnacht gibt erneut Anlass, sich die historischen Ereignisse bewusst zu machen und zugleich ein deutliches Zeichen gegen jegliche Formen antisemitischer Denkweisen und Ausschreitungen in unserer heutigen Gesellschaft zu setzen. Dazu sind wir alle aufgefordert.“