Allgemein

Selbstverständlich gehören die Muslime und der Islam zu Deutschland

Klare, unmissverständliche Worte fand der Wuppertaler Landtagsabgeordnete Andreas Bialas anlässlich seines Grußwortes zum diesjährigen gemeinsamen Fastenbrechen der Interessenvertretung der Wuppertaler Moscheen. Der Innenpolitiker und kulturpolitische Sprecher der Landtagsfraktion war zusammen mit dem Sozialdezernenten Stefan Kühn, Superintendentin Ilka Federschmidt, Stadtdechanten Bruno Kurth und dem Integrationsratsvorsitzenden Helge Lindh einer des Festredner des Abends. Bialas erinnerte daran, dass seit den Anschlägen von Brüssel und Paris, der Kriegsführung des IS, seit dem Erstarken des Rechtspopulismus in Deutschland und seit der neuen Zuwanderung zahlreicher Muslime nach Deutschland wieder häufig die Frage gestellt werde, ob der Islam zu Deutschland passe – dieses nicht zuletzt in Talkrunden mit fragwürdigem Niveau der Diskussion.
Der Innenpolitiker wertete diese Frage als eine vermeintliche:
„Wenn wir aber hier zusammen feiern, wenn verschiedengläubige Kinder ganz selbstverständlich zusammen zum Kindergarten und zur Schule gehen und lernen, später in ihren Berufen ganz selbstverständlich zusammen arbeiten, in Vereinen ganz selbstverständlich Sport oder Kunst treiben, wenn wir in unseren Freundeskreisen ganz selbstverständlich zusammen sind, dann wird da die Frage nicht gestellt, dann wird da die Frage aber bereits schlicht beantwortet.“

Bialas‘ Antwort auf die unterschwellig in Beiträgen zur veröffentlichen Meinung fortwährend mitlaufende Frage „Gehört der Islam zu Deutschland?“ ließ es an Deutlichkeit nicht mangeln: „Selbstverständlich gehören die Muslime zu Deutschland und selbstverständlich gehört auch der Islam zu Deutschland. Und selbstverständlich sind zu uns ziehende Muslime in Deutschland willkommen.“

Er verzichtete nicht darauf, dieses entschiedene Urteil zu begründen. Das erste Argument sei die Kraft der Faktizität und Realität in Gestalt des Umstandes, dass eine große Zahl von Muslimen dauerhaft hier lebe. Zweites sei unser Land mehrheitlich durch ein Bekenntnis zu Vielfalt, Offenheit und Toleranz gekennzeichnet, dessen Reiz und Kraft gerade auf eben dieser Vielfalt und der Verbindung von Altem und Neuem fußten. Drittens verfügten wir überhaupt nicht über das Recht, Menschen und ihre religiösen Wertesysteme herabzuwürdigen und uns lediglich darauf zurückzuziehen, Menschen Wohnstatt zu gewähren, ohne ihnen identitätsstiftende und persönliche Grundlagen zu belassen. Einen vierten gewichtigen Grund stelle letztlich die Bereicherung durch den Islam und die Menschen muslimischen Glaubens dar – eingedenk der Konvergenz von christlicher Nächstenliebe und islamischer Barmherzigkeit.

Die Nutzung von Religion als vermeintlicher Rechtsfertigungsgrundlage für Schrecken und Gewalt diskreditiere die Täter, gegebenenfalls auch ihre jeweiligen politisch-ideologisch-religiösen Lager, nicht jedoch die Religion selbst. Bezeichnend sei der Akt der Selbstverherrlichung des Menschen durch solches Handeln, mit dem er sich an der Stelle Gottes wähne und letztlich damit Gottesferne, nicht Gottesnähe dokumentiere.

Gemäß dem Leitspruch „Niemand Herrscher – niemand Sklave“ erwiesen sich die Achtung vor der anderen Religion und der Verzicht auf Überlegenheitsvorstellungen gegenüber anderen Kulturen als wesentliche Voraussetzung eines gelingenden Zusammenlebens in Vielfalt.
Ausgrenzung und Ablehnung wirkten hingegen als Sprengsatz für das Miteinander.
Gefordert sei die Fähigkeit zu tagtäglichen Aushandlungsprozessen und dazu, miteinander zu reden und sich bei Bedarf auch die kritikfähig die Meinung zu sagen.
In Anspielung auf die heutige Fußballeuphorie und Stellungsnahmen eines prominenten AfD-Funktionärs stellte Andreas Bialas abschließend fest:
„Ich würde mich sehr freuen, wenn Mesut Özil oder Jerome Boateng meine Nachbarn wären […].“