„Weiterbildung braucht angemessene Förderung“

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Die fortschreiende Digitalisierung der Arbeitswelt erfordert nicht zuletzt neue Qualifikationsprofile und Anpassungsbedarfe. Die Relevanz der Weiterbildung im Sinne lebensbegleitenden Lernens, sowohl im betrieblichen als auch im akademischen Bereich, wird zunehmen. Weiterbildung muss zu einem selbstverständlichen Bestandteil betrieblicher Praxis und ein integrales Element in der Erwerbsbiographie werden.

Vor diesem Hintergrund diskutierte heute der Landtag über adäquate Förderinstrumente und institutionelle Anpassungsprozesse einer auf die digitale Arbeitswelt ausgerichteten Weiterbildung. Dazu lag ein Antrag der Regierungsfraktionen und ein Entschließungsantrag der SPD vor. Für die SPD nahm u.a. Dietmar Bell, ehedem Vorsitzender der Enquetekommission „Digitale Transformation der Arbeitswelt in NRW“, in der Plenardebatte Stellung.

Bell setzte sich zunächst mit dem Verhalten der AFD auseinander, die sich von Ergebnissen der Enquetekommission nun absetzen wolle, obwohl sie dem Abschlussbericht zugestimmt habe. Auch der Redebeitrag der AFD zeuge nicht von tiefer Kenntnis der Materie. Vieles werde nur oberflächlich behandelt und lasse eine wirkliche inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex ‚Weiterbildung vermissen.

Für die SPD enthält der Antrag der regierungstragenden Fraktionen viel Richtiges und Wichtiges, lasse allerdings Überlegungen bzw. ein Konzept, wie man lebensbegleitende Weiterbildung finanziell fördern wolle, außer Acht. Dazu habe die SPD eine klare Position. Das Bafög müsse systemübergreifend erweitert werden, so dass auch Weiterbildung gefördert werden könne. „Ich hätte mir gewünscht, dass ihr Antrag da nachgeschärft worden wäre“, so Bell. Denn Weiterbildung stehe und falle immer auch mit der Frage nach angemessener finanzieller Förderung. Und da mache es Sinn, über eine Erweiterung des Bafög nachzudenken.