„Würde und Respekt für die Pflegebedürftigen und die Betreuenden“

Video zu Rede

Auf Antrag der SPD wurde heute im Plenum über die Situation der häuslichen Pflege debattiert. Die Corona-Pandemie wirft nun auch auf diesen Sektor ein Schlaglicht. Nach Schätzungen sind 300 000 Menschen in diesem sensiblen Bereich illegal beschäftigt. Sie kommen zumeist aus Osteuropa. Einige von ihnen sind infolge der Corona-Krise in ihre Heimat zurückgekehrt.

Etliche pflegebedürftige Menschen in NRW stehen so auf einen Schlag alleine da. Legal beschäftigte Pflegekräfte können sich viele einfach nicht leisten. Um den drohenden Kollaps in der häuslichen Pflege abzuwenden, muss die Landesregierung jetzt aktiv werden, so Josef Neumann, sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, in der Debatte. Es dürfe zu keinem Versorgungsengpass in der häuslichen Pflege kommen.
Die aktuelle Situation zeige mehr denn je, dass Betreuungskräfte aus dem Ausland wesentliche Stützpfeiler sind, so Neumann. „Deshalb muss die Landesregierung sich auf Bundesebene für eine rechtssichere Basis für die Beschäftigten aus dem Ausland einsetzen“, appellierte der Abgeordnete.

Auch Pflegebedürftige und ihre Familien brauchen mehr finanzielle Unterstützung, damit illegale Beschäftigungsverhältnisse überflüssig werden. Neumann: „Die systematische Unterfinanzierung der Pflegeversicherung ist das Kernproblem. Sie muss zu einer bedarfsgerechten Vollversicherung weiterentwickelt werden. Die Landesregierung ist daher dringend gefordert, sich mit ihren Möglichkeiten auf Bundesebene für eine Reform der Pflegeversicherung einzusetzen.“